Marketing-Strategie

Warum Berater das Marketing oft nicht besser machen. Sagt der Berater.

Man Standing in the rain

„Berater fressen Agenturen zum Frühstück“ titelte die Welt vor gut zwei Wochen. Berater wie Deloitte oder Accenture Digital hätte mehr Zugang zu den Chefetagen dieses Landes und wesentlich bessere Budgets und Tagessätze als die Agenturen. Agenturen hätten keine Chance, da sie ohne Chance sich zu beweisen, einfach zu reinen Umsetzungsagenturen degradiert würden. In einer Zeit, da das Marketing immer weiter technokratisiert wird, sind ehemalige SAP-Implementierer offensichtlich nun das Maß aller Dinge.

Auf der DMEXCO besuchte ich die entsprechenden Stände und spürte, dass es ganz so einfach doch nicht ist. Etwas verkrampft wirkten die Accenture Mitarbeiter in Ihren Accenture gebrandeten Turnschuhen, die alle so furchtbar ungebraucht und ganz und gar nicht authentisch aussahen. Wir sind jetzt auch „Turnschuh-Hip“ und irgendwie Agentur ist sicher auch nicht der richtige Weg.
Aber an Äußerlichkeiten will ich es nicht festmachen.
Der präsentierte Case war für mich da viel interessanter – ein Online-Shop für eine Luxusmarke. Schlecht war es nicht gemacht. Auf jeden Fall war die strategische Klarheit und Stringenz spürbar. Der Leitgedanke schlau formuliert. Doch was blieb am Ende außer einem ganz gewöhnlichen, sehr gut und teuer gemachten Ergebnis?

Etwas ratlos blieb ich also weiterhin. Der durch Accenture neu gestaltete Shop hatte keine besondere Idee, kein besonderes Design. Alles sehr schön, zeitgemäß und absolut gefällig. Accenture hatte es sich allerdings zum Ziel gesetzt das Erlebnis des Luxus-Maßschneiderns und das haptische Erlebnis einer Traditions-Schneiderei in Mailand auf die Online Welt zu übertragen. Außer netten Features (In Video Shopping) blieb aber alles auf der reinen Ratio-Ebene.

Innovation, neue Lösungen, Design und Kreativität sind aber nicht auf dieser Ratio-Ebene zu finden. Eine „Omni-Channel super attributierbare optimierte Tageszeit- und wetterabhängige digital Application“ löst vieles, aber nicht das Problem was ich denn auf Banner und Homepage eigentlich draufschreiben soll. Idee, Emotion und das Ergründen von menschlicher Motivation ist etwas, was Agenturen und Kreative seit Jahren sehr gut machen und Berater ohne diese Agenturerfahrung nur sehr schlecht können. Nur weiße Turnschuhe anziehen reicht da nicht.

Eine riesen Beratung wie Accenture kann das Problem natürlich lösen bzw. tut dies schon mit dem Scheckbuch. Sinner Schrader zum Beispiel wurde kürzlich akquiriert.

Doch der Berater-Boom hat seine Schattenseiten. (Sage ich als Berater). Denn der Ratio-Ansatz boomt gerade. Die Implementierung des digitalen Marketings wird immer mehr zur IT-Aufgabe, statt eine Marketingaufgabe zu bleiben. Viele Agenturen werden davon tatsächlich abgehängt, da sie nicht in Mechaniken und Technologien denken können. Gleichzeitig entsteht immer mehr technologisch perfekt unterstütztes kommunikatives Mittelmaß. Templates statt Design, Selbstgetextetes statt origineller Idee, Bild-Auswahl aus der Hölle und eine Marketing Strategie aus dem Adobe- und Google-Lehrbuch.

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Lauscher Marketing Beratung geht einen bewusst anderen Weg. Wir connecten Agentur oder Kreative mit (digitaler) Strategie und Kunde. Wir bauen die Brücke zwischen Technologie, Design und Idee. Wir glauben, dass man nur so aus dem Mittelmaß kommt. Und entsprechend ist unsere Arbeitsweise eine ganz andere. Wir schreiben keine Briefings an Kreative – Wir haben die Kreativen und Innovatoren mit am Tisch, in einem innovativen Prozess angelehnt an das Design Thinking.

 

 

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